drama plus minus eyecandy

Gut, richtig gut! Irgendwie ist es lustig, dass die männliche Hauptfigur den Familiennamen der Autorin hat und die weibliche Hauptfigur den Vornamen, ergibt Park Hae Young. Ich war wirklich zögerlich bei dem Drama, in Erinnerung an 90 DAYS, FALLING IN LOVE DAYS, an das ich mich nur vage erinnern kann. Das aber kein gutes Gefühl aufkommen lässt. Das zweite Drama ist OLD MISS DIARY, das ich mit 236 Folgen natürlich nur teilweise gesehen  habe. Dort hat Ye Ji Won, die in ANOTHER OH HAE YOUNG, die große Schwester von Do Kyung, sowie die Abteilungsleiterin von Oh Hae Young, Park Soo Kyung spielt. OLD MISS DIARY war auch das erste Drama, welches ich mit Ji Hyun Woo gesehen habe, der hier aber nicht mitspielt. (Nicht, dass ich hier die totale Verwirrung stifte.)

Eric ist für mich immer eine Option, wenn das Drama passt. Seo Hyun Jin habe ich kürzlich in ROMANTIC TEACHER, DOCTOR KIM gesehen und hat den guten Eindruck, den sie dort bei mir hinterließ, hier noch um einiges übertroffen.

Eine schöne Serie durchaus für den Sommer zu empfehlen.

ANOTHER OH HAE YOUNG hat wirklich die seltene Gabe, dass einem wirklich jeder Charakter irgendwie ans Herz wächst und sollte wirklich ein Charakter dabei sein, der einem weniger zusagt, dann vergisst man ihn, ob der vielen anderen schönen Sachen …

Es gelingt nicht jedem Drama, in dem fast alle Figuren sich untereinander kennen, oder Freund, Kollegen, Nachbarn ist seine Geschichte so unangestrengt zu erzählen. Oh Hae Young, die „gewöhnliche“ Oh Hae Young, hat schon ein hartes Los mit ihrer geplatzten Hochzeit, nicht zuletzt ihrer Eltern wegen, auch wenn diese sie kurzfristig aus dem Nest „werfen“. Im Grunde weiß Hae Young, wenn sie wirklich Probleme hat, wird ihr Vater sie verteidigen und ihre Mutter, wie eine Löwin, für sie kämpfen. Deshalb hält sie auch vieles aus, wenn auch unter Tränen. Sie mag sich beugen, aber sie bricht nicht. Sie lässt ihr Gegenüber auf Augenhöhe stehen, auch wenn ihr selbst das nicht immer widerfährt. Oft genug ist sie als Jugendliche eifersüchtig auf die „hübsche“ Oh Hae Young, die einfach mit allem im Leben gesegnet scheint. Dabei muss die sich anstrengen, dass andere sie eben nicht nur hübsch, sondern auch gut finden. Sie ist immer unter den Besten in der Schule, Ehrenämter fliegen ihr zu und sie ist bestimmt nicht die letzte bei der Team-Wahl im Sportunterricht. Am Ende des Tages aber kann die „hübsche“ Oh Hae Young nicht mit schlechten Noten nach Hause kommen und erwarten, dass man sie akzeptiert, so wie sie ist.

Das Drama zeigt, wie man zu dem Menschen wird, der man ist, durch die Familie, Freunde, Kollegen und einen nicht unwesentlichen Teil für die eigene Entwicklung hat man selbst in der Hand. Es geht auch um Verantwortung, die man bereit ist für sich selbst oder Andere zu übernehmen.

Oh Hae Young lernt, dass nicht nur die Anderen schuld sind, sondern sie eigene Entscheidungen treffen muss, soll sich ihr Leben entscheidend verändern. Aber sie muss das Leben und die Menschen akzeptieren lernen und am meisten sich selbst. Das Drama weiß geschickt unsere Sympathie zu beeinflussen und für den ein oder anderen Charakter eine Entschuldigung oder Unverständnis parat zu haben. Es weiß aber auch zu zeigen, dass im Leben viele Schattierungen existieren und die Welt nicht einfach in schwarz oder weiß aufzuteilen ist. Wie ein Schritt, den man mit Leichtigkeit gemacht hat, sich auf einmal als erster Schritt einer anspruchsvollen Bergtour zu erkennen gibt, wenn man dann gerade mit Flipflops unterwegs ist könnte das zum Problem werden.

Natürlich könnte Oh Hae Young einfach ihrem Ex-Verlobten verzeihen, aber um bei der Wahrheit zu bleiben sie hat sich in Park Do Kyung verliebt und wer könnte es ihr verübeln? Auch, wenn Do Kyung ursächlich für Hae Youngs Unglück verantwortlich ist, zumindest, was die ins Wasser gefallene Hochzeit und Trennung von Tae Jin angeht.

Umso mehr Spaß macht es, dass von dem Moment an Hae Young immer wieder seinen Weg kreuzt. Do Kyung ist aber nach seiner Trennung von der „hübschen“ Oh Hae Young noch immer nicht für etwas Neues zu haben. Als er dann noch ihren Namen hört und erfährt, dass Hae Young seine „Rache“ anstatt seiner Ex-Verlobte, die ihn am Altar stehen ließ, zu spüren bekam, kriecht langsam aber sicher das schlechte Gewissen in ihm hoch.

Schlimmer machen es nur noch die Visionen, die Do Kyung von Hae Young hat. Es stellt sich heraus, dass es immer um die unmittelbare Zukunft geht und das Ganze nimmt ihn so mit, dass er sich psychiatrische Hilfe sucht. Er bekommt es mit der Angst zu tun und geht in erster Konsequenz auf Abstand zu Hye Young. Von seinem Doktor wird er ermutigt sich den „Dämonen“ zu stellen und mit der Zeit reift die Überzeugung, Do Kyung müsse all das in Retrospektive erleben. Also ist er jetzt dabei sich zu erinnern? Vielleicht ist seine Seele schon auf dem Weg von allem Irdischen Abschied zu nehmen, aber sein schlechtes Gewissen gegenüber Hae Young halten ihn davon ab das Zeitliche zu segnen. Dank seiner Gewissensbisse lässt er sich dazu herab Hae Young hier und da zu helfen und aus der Angst er könnte bloßgestellt werden, denn noch ist er von der Idee irgendwo auf seinem Totenbett zu liegen nicht ganz überzeugt. Außerdem kann er sich doch nicht wirklich in eine Frau verlieben, die denselben Namen trägt wie seine Ex, oder?

Zu gerne würde er seinen Fauxpas wieder zurechtrücken, aber leider ist das nicht ganz so einfach. Bei all seinen Bemühungen Hae Young zu unterstützen und doch wieder nicht, kann die gute Hae Young einfach nicht auf ihre Stimme der Vernunft hören, auch als sie erfährt, wer Do Kyung ist. Welche Rolle er in ihrem Leben spielt, ist ihr „dummes“ Herz einfach nicht mit gutgemeinten Argumenten zu überzeugen. Als sich die ganze Verknüpfung der Geschichte von den beiden Oh Hae Youngs immer mehr aufklärt, werden auch Stück um Stück die Menschen und deren Reaktionen auf sie „erklärbarer“.

Ein wirklich gelungenes Drama mit einem Hauch, aber sehr reduzierten Hauch von Fantasy, der zwar die Handlung maßgeblich beeinflusst, aber es trotzdem nicht zu einem Fantasydrama macht, sondern ziemlich menschlich bleibt. Und der Faktor Mensch ist was mir gefällt und jede Menge Humor.

 

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