drama plus minus eyecandy

Bei diesem Drama habe ich so oft erwähnt, wie schwer es mir gefallen ist von seinem Vorbild, dem japanischen und gleichnamigen Drama, los zu lassen, dass vielleicht jeder annehmen würde, ich könnte es nicht leiden. Aber, es war einfach nur so viel anders, die Geschichte und vor allem die Charaktere …

Es würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen sollte man versuchen beide Versionen miteinander zu vergleichen. Es ist als würde man vor zwei identischen Zimmertüren stehen und dahinter zwei identische Zimmer erwarten, das erste wäre gelebtes Chaos pur und das zweite pflegeleicht und aufgeräumt. Ihr könnt jetzt raten, wenn ihr wollt …

Kang Min Joo ist sehr gut aufgestellt in ihrem Beruf, hat gute Freundinnen und irgendwie fehlt mir in diesem Zusammenhang, dann doch etwas die Motivation bei ihr zu erkennen, warum sie aus der Stadt ziehen will. Ich erkenne es wohl als einen Gedanken in der Vergangenheit, der wohl den ein oder anderen schon mal beschäftigt hat. Gegen eine „Alters-WG“ spricht ja auch nichts. Nur diese Kang Min Joo scheint mir zu „perfekt“ um wirklich in einer mentalen Krise eine solche Entscheidung zu treffen, ist sie überhaupt einem Burnout fähig? Sie scheint auch zu „perfekt“ für Hitzewallungen, Kohlehydratfressattacken und Wortfindungsstörungen, so eine Frau sieht vielmehr danach aus, dass selbst die berühmten Wechseljahre einen Bogen um sie machen, oder mindestens die Symptome. Sie sieht so gar nicht nach einer Frau aus deren Östrogene sich langsam davon machen …

Schon eher danach sich den jüngeren Mann unter ihren Nachbarn zu angeln, auch wenn diese Romanze etwas unterkühlt und blutleer scheint. (Seht ihr und jetzt tue ich es doch, ich vergleiche die Dramen miteinander, denn die japanische Serie strotzte nur so vor Leben, Hormonen und Leidenschaft.) In der koreanischen Serie steckt die meiste Leidenschaft im Beruf, bei Min Joo für ihre Fernsehproduktionen, bei Go Sang Shik für die kommunalen Belange, bei Park Jun Woo für’s Kochen und bei Go Mi Rye für das Schreiben und Entwickeln von Geschichten.

Wirklich bei allen Figuren?

Nein, nur bei denen, die in ihrer beruflichen Entwicklung voran kamen. Andere wie Sang Shiks Schwester und ihr Mann hatten keinerlei Leidenschaft in ihrem Alltag, auch nicht privat. Denn in dem Mikrokosmos dieses Dramas werden nur jene belohnt, die ihre Energie sinnvoll für Firma, Staat und Familie einsetzen. Alle anderen besitzen nur die Berechtigung durch ihre Gegenwart die Geschichte etwas „anzufüttern“.

Die Romanze zwischen Min Joo und Sang Shik kann durchaus als erwachsen bezeichnet werden, auch und vor allem, weil sie ihre Gefühle zunächst ignorieren und ihnen nicht unmittelbar nachgeben. Erstaunlicherweise ist es für Sang Shik nie ein Problem, dass Min Joo zum einen mit Jun Woo liiert war, noch die spätere Beziehung von Jun Woo zu Mi Rye. Da fragt man sich dann doch warum hier das typische, aufbrausende, koreanische Temperament nicht mit ihm durchgegangen ist. Vielleicht der einzige Aspekt wo das Original etwas abgefärbt hat.

Jun Woo war etwas blass, zu sagen es läge ausschließlich am Schauspieler ist nicht möglich, denn man kann nicht beurteilen, wie viel das Drehbuch vorgegeben hat. Aber ich kann Mi Ryes Wahl trotzdem verstehen, wer hätte nicht gerne einen häuslichen Mann an seiner Seite, der einem jeden Tag 3-Sterne-Menüs zaubern kann?

Alles in allem bleibt das Drama sehr aufgeräumt und Konflikte und Probleme werden nach Art der Hauptcharaktere analysiert und abgearbeitet bis sie aus der Welt sind und alle Intriganten ihre wohlverdiente Strafe bekommen. Min Joo und Sang Shik brauchen einiges an Zeit um genug Mut aufzubringen eine Beziehung einzugehen.

Für Erstseher, die ein relativ entspanntes Drama sehen wollen mit Happy End und völlig unbeeinflusst von der japanischen Version schauen können. Mittlere Jahrgänge ab Ende 30+ entsprechen mit Abstand der Zielgruppe. Junge Zuschauer könnten sich etwas gelangweilt fühlen.

Diejenigen, welche die japanische Serie noch bestens in Erinnerung haben, sollten möglichst unvoreingenommen an die Geschichte heran gehen, dann kann man eventuell das Drama genießen, oder es bleiben lassen, wenn es noch viele andere Dramen gibt, die man sehen will.

Am Aufbau des Dramas ist nicht viel auszusetzen, außer vielleicht, das es wegen der professioneller Routine etwas zu brav daher kommt und nicht mit unerwarteten Überraschungen dienen kann.

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