drama plus minus eyecandy

Dieses Drama hatte ich gestern nicht auf dem „Zettel“, es kommt also als kleine Überraschung daher. Keine Überraschung ist, dass ich es sehen wollte und es fängt wirklich sehr gefällig an, die Kamerafahrten gleiten ebenso sanft dahin, wie die beiden Hauptcharaktere, dass man unmittelbar für sie wünscht, die Welt würde weniger rau mit ihnen umspringen.

In manchen Szenen der ersten 4 Folgen hat man das Gefühl es gäbe weder Zeit noch Raum. Als existiere ein Vakuum, das gefüllt wird mit schönen Bildern von schönen Menschen, dem ist natürlich nicht so. Denn man braucht gar nicht lange zu warten um zu erkennen, dass manche Menschen eigentlich nicht für das Familienleben geeignet sind.

Choi Soo Ahs Mann Pilot Park, ist so einer, wie im Cockpit entscheidet er auch Zuhause, schließlich trägt er die Verantwortung „alleine“. Er weiß nicht nur, welche Knöpfe er im Flieger drücken muss, auch bei seiner Frau schafft er Tatsachen, auf die sie nur noch reagieren kann. Das glaubt sie eine ganze Weile und erträgt es mit Gelassenheit. Dafür ist sie da, Mutter sein, Hausfrau sein, ihren Beruf als Flugbegleiterin ausüben.

Ihre familiären Abläufe liefen Bestens, bis ihre Mutter starb, die sich bisher um ihre Enkelin Hyo Eun kümmerte, während ihre Eltern über dem Erdball schwebten.

Es gibt zunächst keine Berührungspunkte für Soo Ah und Seo Do Woo, aber das ändert sich, Soo Ah wird zu einem Geschenk, wie er ihr später sagt, einem Geschenk seiner Tochter Annie.

Um nicht zu verwirren Annie hat auch einen koreanischen Namen Seo Eun Woo, aber der wird meist nicht benutzt. Nach einer ganzen Weile kommen auch Unstimmigkeiten zutage, die Do Woos Frau Kim Hye Won betreffen. Nach und nach beginnt man sich zu fragen, wer ist diese Frau? Und nachdem man erfährt, dass Seo Do Woo nicht der leibliche Vater Annies ist und wie verzweifelt das Mädchen versucht hat ihrer „Mutter“ zu gehorchen und dennoch ihrem Herz zu folgen. Wie das Kind dann durch die Ablehnung der Mutter, in schierer Verzweiflung wegläuft geradewegs vor ein Auto…

In wenigen Momenten ist dieses Leben zu Ende, das noch viel zu erleben gehabt hätte. Neue Zweifel kommen auf, ob Hye Won die leibliche Mutter ist und wirre Theorien über den leiblichen Vater. Annies Geschichte wird uns noch eine ganze Weile im Bann halten.

Soo Ah und Do Woo fühlen sich zueinander hingezogen, jedem von ihnen ist dennoch bewusst sie sind verheiratet, eine Tatsache, die sie beide nicht verdrängen oder gänzlich ignorieren. Ihre Partner verhalten sich fremd, nicht wie sie erwarten würden. Während Do Woos Frau weder um Annie trauern noch von ihr sprechen will, hat Soo Ah Probleme mit den Entscheidungen ihres Mannes, Park Jin Suk, schritt zu halten. Er ist überzeugt seine Tochter Hyo Eun ist am besten in einer internationalen Schule aufgehoben, aber Soo Ah hat Bedenken. Was tun? Ihre Mutter ist verstorben und damit bricht ihre größte Stütze um den bisherigen Lebensstil aufrecht zu halten weg. Seine Mutter genießt es erstmals im Leben tun und machen zu können was sie will und noch ein Kind großziehen, auch wenn es ihre Enkelin ist, nein danke. Der erste Versuch einer Schule in Neuseeland ging daneben. Dann hat Jin Suk Hyo Eun einfach in Malaysia auf einer Schule angemeldet und eine Unterkunft gefunden, die sie sich mit einem anderen Mädchen teilte – Annie. Zuerst ist Hyo Eun total enttäuscht von ihrem Vater und auch etwas von ihrer Mutter, denn immerhin wird sie von ihr nach Malaysia begleitet. Aber am meisten hat sie Angst davor alleine zu sein, Annie ist für sie der Fels in der Brandung, sie passt auf sie auf wie auf eine kleine Schwester. Die Mädchen freunden sich schnell an, aber dann geschieht der Unfall und Annie stirbt. Soo Ah holt ihre Tochter ab und bringt sie zurück nach Seoul, sehr zum Ärger von Jin Suk. Er quartiert die beiden kurzerhand ohne Rücksprache bei seiner Mutter ein, denn rein analytisch betrachtet gibt es keine andere Möglichkeit, wenn keiner der Eltern berufliche Konsequenzen zieht. Soo Ah versucht also weiter den Spagat zwischen Mutter sein, berufstätig sein, Hausfrau sein. Jetzt hat sie noch ihre Schwiegermutter mit der sie stärker konfrontiert ist, aber zur allgemeinen Überraschung funktioniert es ganz gut, auch wenn sie einen Großteil von Soo Ahs Gehalt als „Lohn“ einfordert. Dazwischen trifft sie sich immer wieder mit Do Woo …

Sie sind sich beide bewusst, wohin ihrer gegenseitige Anziehung sie führen wird, auch wenn sie diese Möglichkeit noch wegschieben. Sie sind beide alt genug um zu wissen, dass sie mit dem Feuer spielen, wie die Gesellschaft Menschen wie sie verurteilt, aber sie können sich nicht lange genug aus dem Weg gehen, denn beide vermissen sie Nähe und Wärme, etwas das ihre Ehepartner scheinbar unfähig sind zu geben.

 

Wunderbarer Einstieg in das Drama, die Figuren sind mit Tiefe gezeichnet und nicht oberflächlich. Selbst als Zuschauer findet man sich in dem Sog gefangen, in dem auch Do Woo und Soo Ah stecken und es zieht einen mehr und mehr in den Abgrund und irgendwie möchte man sich gar nicht wehren.

 

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