drama plus minus eyecandy

Die besten Dramen sind die, die mich noch über Tage/Wochen/Monate fordern … Wie gerne würde ich das über W behaupten, aber …

Die ganze Zerpflückerei, die nach W kam, was Sinn und was keinen macht. Die brauche ich nicht. Es gab einen Artikel bei Dramabeans, wo die Autorin sich erklären „musste“, wobei ich mich dann immer frage, wie viel Einfluss hat der Autor bei der „Bearbeitung“ seines Stoffes wirklich, schließlich gibt es auch noch das Produktionsteam nebst Schauspieler und Regisseur und jeder will dem Drama / der Rolle seinen Stempel aufdrücken, oder?

So ziemlich jeder der meinen Blog liest, weiß wie begeistert ist von W war – am Anfang, vielleicht bis zum ersten Drittel. Dann stimmte zwar noch der Unterhaltungseffekt, aber ein neues Problem tat sich für mich auf, ich hatte das Gefühl, das Drama versuchte sich stellenweise selbst erklären zu wollen …

Ganz so, als wollte das Produktionsteam Dinge richtig stellen, die im Script  nicht standen. Ich weiß jedoch nicht, ob das nur eine subjektive Empfindung ist. Ehrlich gesagt war ich dicht dran einige Folgen nochmal zu sehen um das abzuklären. Jetzt habe ich mich aber doch anders entschieden. An und für sich hatte es für mich immer genügt, wenn zu Beginn der neuen Folge eine kurze Wiederholung gezeigt wurde und ich war wieder in der Geschichte drin.

Allerdings merkte ich später, dass ich viel besser darin war gewisse Dinge zu akzeptieren, als sie später in „Rückblenden“ erklärt zu bekommen, das hat mich etwas an Orientierung gekostet und das Drama an Tempo verlieren lassen.

Dennoch wollte ich es bis zum bitteren Ende schauen, denn es war einfach anders als alles was ich bis dahin gesehen hatte, auch in der technischen Bildbearbeitung. Und ja es war ein Ende, das nach Schokopraline schmeckte, welche man langsam im Mund schmelzen lässt und sich unklar ist über die Füllung …

An Dramatik hatte die Serie genug zu bieten, an der Logik will ich mich nicht so aufhängen, denn was es für einige Zuschauer so schwer machte, waren die vielen Variablen, oder Ausnahmen von der Regel. Sie ließen sich davon ablenken. Dabei ging es doch hauptsächlich um Kang Chul, Oh Yun Joo und Oh Sung Moo. Wobei Kim Eui Sung, den ich hier zum ersten Mal sah, in seiner Doppelrolle glänzte, mehr noch als die Hauptdarsteller, die deswegen aber nicht schlecht spielten, nur ihre Charaktere waren etwas „weniger“ fordernd.

Vielleicht sollte man sich auch gar nicht so sehr an „Regeln“ klammern wollen.

S P O I L E R

Normal vergibt man dem beinahe Mörder seines Vaters als Tochter nicht so einfach, oder? Gut, er mag ein Alkoholiker gewesen sein, aber uns wurde nichts gezeigt, was seine Tochter wünschen lassen könnte Kang Chul solle ihn töten.

Oh Sung Moo war ein Dieb, aber irgendwie wurde er immer als Opfer dargestellt. Manche würden sagen, er ist ein Opfer seiner selbst. Eigentlich war Yun Joo, die Schöpferin von Kang Chul, aber darauf wurde nur einmal eingegangen, vielleicht in dem Versuch zu erklären warum Yun Joo ihn als Traummann wahrnimmt und deshalb keine andere Wahl hat, als sich in ihn zu verlieben. Hier liegt für mich nämlich die Krux, eigentlich hat sie ihn als Helden geschaffen – siehe Olympiasieg. Ihr Vater jedoch hat ihn dann zur tragischen Figur gemacht und Chuls Familie mit dem Zeichenstift „ermordet“, um ihn dann wieder als „einsamen“ Helden aus der Asche auferstehen zu lassen. Er ist jedoch unfähig ihm ein gerechtes Ende zukommen (Was mehr als 30 Manwha-Bände belegen. )zu lassen.

(Vielleicht eine Parallele zur W Autorin, die ihrerseits nicht so viel „Mühe“ auf das Ende verwandt hat? Llaut Dramabeans Artikel.) Das wäre zumindest eine Erklärung für die Kritik der Manwha-Leser im Drama, an erster Stelle Yun Joos Vorgesetzter.

Chul rächt sich dann später an seinem Peiniger, indem er ihn nicht mit einem Stift ermordet, sondern real mit einer Waffe erschießt, okay verwundet.

Um es aufzuschlüsseln, für Sung Moo, als Autor war es nur ein Akt des Zeichnens, hier wiederum baut sich zwischen den Zeilen die Frage auf, welche Verantwortung hat man als Kreativer? Kann man die blutrünstigsten Geschichten schreiben, ohne bei Menschen Schaden zu verursachen? Nun Sung Moo hat bei Chul, in dessen von Sung Moo erschaffener Welt, einen Schaden verursacht und Chul gibt ihn aus seiner Sicht, in der realen Welt, eins zu eins weiter.

Es ist und bleibt am Ende die ewige Geschichte von Gut und Böse, mehr als von Liebe und Leid. Die Geschichte startet reich an Tempo und verliert es trotz actionlastiger Szenen, denn zu Beginn können die komischen Momente, Yun Joos Versuche wieder in ihre Welt zurück zu gelangen, mithalten und ein Gleichgewicht herstellen. Gegen Ende des Dramas wird es aber schwerer, denn es geht um Leben und Tod und nicht mehr um ein wenig Geplänkel hier und da. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt Soo Bongs Charakter, die rechte Hand von Zeichner Oh Sung Moo, alle komischen Elemente bis auf wenige Ausnahmen. Die Gewichtung im Drama verschiebt sich, was grundsätzlich nicht schlecht ist, sorgt es doch für die nötige Spannung …

Nur ist es manchmal ein schmaler Grad zwischen Spannung und Verwirrung.

Fazit:

Ich mochte das Drama dennoch, weil es eine neue Tür aufgestoßen hat, auch technisch. Ich erkenne wie viele kleine Details in anderen Dramen auftauchen, von Ampelmännchen, die im Regen stehen, oder LED-Toilettenmännchen, die sinnbildlich im Herzschlag des Protagonisten an und aus gehen. Ich mag sowas, ich hoffe nur das die „Spielerei“ nicht überstrapaziert wird und dadurch an Reiz verliert. Es ist definitiv ein Drama, das man besser auf sich wirken lassen sollte und nicht zu sehr im Detail analysieren sollte, weil es dann seinen Reiz verliert.

Ob man es nun den beiden Hauptfiguren gönnt auf einer Bank den Sonnenuntergang zu genießen und Abschied von dem Drama ihres Lebens zu nehmen, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Macht’s gut Chul und Yun Joo …

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Kommentare zu: "… mehr zu W (Abschluss)" (4)

  1. Zur Zeit liebe ich ja total moon lovers.

    • Das kann ich schon alleine wegen des vielen Eyecandy verstehen, aber ich warte noch ein wenig. Einmal Action mit W hat mir genügt, jetzt muss ich erst einmal ein Melodram abschließen und dann bin ich vielleicht wieder offen für ein neues …
      P.S.: Aber Lee Jun Ki war in seinen historischen Dramen immer zum Anbeißen, und dann gibt es ja noch so viele „Brüder“, die alle keine hässlichen Mütter hatten.

      • Ach so viel Action war da gar nicht bei moon lovers. Eher sehr politisch und liebestechnisch. Aber ja die ganzen Kerle sind schon ne Augenweide hehe

  2. Fand w zum ende auch eher solala wurde immer nerviger. Aber dennoch konnte es damit punkten dass es mal was neues war.

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