drama plus minus eyecandy

Die dunkle Seite der Macht hat sich in diesem Drama klar gezeigt. Es zeigt deren Auswirkungen, und die sich in einem dichten Gewirr von Korruption verborgenen „Hintermänner“, die die Strippen ziehen.

Ich bin mir noch nicht klar darüber, ob ich das Drama mag, weil es sich einem ernsten Thema widmet, oder nicht. Weil es das eben nicht konsequent tut, mit anderen Worten, die traditionellen Fallstricke innerhalb der Familie, blutsverwandt oder nicht wird überspitzt und häufiger bemüht, als manchmal erträglich …

Irgendwie konnte ich das Drama nicht ernst nehmen, auch wenn es spannend und unterhaltsam ist. Es ist und bleibt eine Überspitzung der Realität, gerade dass das Ganze einem gewissen Quäntchen Wahrheit entspringt macht es so unheimlich. Man kann es nicht verhehlen das ganze Drama fordert uns heraus.

Wie viel kann ein Mensch ertragen?

Wie viel braucht es bis ein Mensch zusammenbricht, oder mit welchen Gründen rechtfertigt er sein Handeln, wann beginnt er sich aufzulehnen?

Man hofft inständig, dass es nicht soviel Korruption gibt und Menschen Menschen bleiben. Ein paar humanistische Züge in einer Gesellschaft Bestand haben, und der Zaster nicht überall das letzte Wort hat, beziehungsweise Entschuldigung für alle möglichen, falschen Entscheidungen ist.

Wenn ich etwas vermisse in diesem Drama, dann ist es Romanze für die ANGRY MOM. Vielleicht dachte der Autor, diese Frau ist so sehr auf Krawall gebürstet, die hat keine Zärtlichkeiten verdient, außer vielleicht von ihrer besten Freundin (So eine wünscht sie wirklich jede Frau, würde ich meinen!), ihrer Tochter und wenn sie es zuließe von einem Klassenkameraden. Dieser Junge übrigens Go Bok Dong, gespielt von Ji Soo, also wem bei dieser schauspielerischen Leistung nicht mehr als einmal schwer ums Herz wird, ist wohl kein weibliches Wesen … (Das lass ich jetzt mal so stehen.)

Kim Hee Sun geht in ihrer Rolle, als Löwenmutter Jo Kang Ja, förmlich auf. Für mich eine ihrer, wenn nicht ihre bisher beste Leistung. Ji Hyun Woos Figur erscheint gegen all die Figuren aus der Unter- bzw. Mittelschicht, mit einem Richter als Vater, geradezu farblos. Es ist wohl eine Entwicklung da, aber trotz allem gerät sie in den Hintergrund, wenn sie auch objektiv betrachtet für die Geschichte schon wichtig ist. Dennoch hätten durchaus ein oder zwei sprühende Funken zwischen ihm und der wütenden Mama mehr drin sein können … Aber, es ging auch ohne … Auch, wenn der Beigeschmack blieb, dass eine „versprochene“ Produkteigenschaft diese Dramas nicht geliefert wurde.

Weshalb ich auch über einen weiteren Punkt stolperte – DER EHEMANN Oh Jin Sang. Er erscheint wie ein notwendiges Übel für Kang Ja, noch dazu als Bonus die Schwiegermutter, also warum sie diesen Mann geheiratet hat, ist in der ganzen Geschichte eher weniger verständlich. Koreanische Gesellschaft hin oder her. Sie ist klar die Dominante, und ihre Ehe ist ein Geben und Nehmen, aber irgendwie hat man bis kurz vor Ende das Gefühl, dass sie ungerechtfertigter Weise mehr gibt, als für sie in dem Deal drin ist. Erst nach und nach bekommt man mehr Einblick in ihre Ehe, was die Sache an sich jedoch nur bedingt nachvollziehbar macht. Aber ihre Ehe ist auch nicht das Thema bei diesem Drama, sondern das Mutter-Kind-Band. Kang Ja versucht ihre Tochter zu schützen, erst vor Mobbing, dann vor schlimmerem. Großer Unterhaltungswert, wenn sie sich als Jo Bang Wool in die Schule einschleust und ihre beste Freundin ihre Mutter mimt.

Als Schülerin kommt ihre „Gangsternatur“ wieder voll zum Einsatz, denn in ihrer Schulzeit war sie die Chefin im Ring. Natürlich meint sie es nur gut, hat die besten Absichten, aber heute funktionieren die „alten Methoden“ nur bedingt, vor allem sollte man sich nicht vom Lehrpersonal erwischen lassen. Als Bang Wool trifft Kang Ja auf alte Bekannte, auch eine Person aus ihrer dunkelsten Vergangenheit. Geheimnisse kommen zum Vorschein und Abgründe in der Schule offenbaren sich, Kang Ja mitten drin. Sie tut alles um ihrer Tochter zu retten und merkt nur bedingt was sie dabei aufs Spiel setzt.

Am Ende gibt es einen riesen Scherbenhaufen, unschuldige Opfer und eine siegreiche Heldin, die einen herben Verlust hinnehmen muss.

Großes Kino – mit einigen familiären Rucklern – sowie einem stinkenden Morast von Machtmissbrauch, der trocken gelegt wird.

Auf jeden Fall Familiendrama mal anders.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: