drama plus minus eyecandy

Ups, da dachte ich, ich hätte hier schon ein wenig vorgeschrieben, aber nein, da erwartet mich das große weiße Elend aka leeres „Blatt“. Ich habe gerade die dritte Folge gesehen, was in Japan schon ungefähr einem Viertel in manchen Fällen einem Drittel der ganzen Serie entspricht. Ich kann immer noch nicht genau sagen, was ich von dem Drama zu halten habe, aber alleine, dass in einem japanischen Drama Deutsch gesprochen wird fasziniert mich irgendwie …

Ich bestreite erst einmal ein Tanzexperte zu sein und bisher gab es nur wenige zeitgenössisches Tanzdarbietungen, die mich erreicht und noch weniger, die mir gefallen oder besser, die mich gefesselt haben. Aber ich kann nicht erkennen das Kamenashi Kazuya diese gewisse Aura eines Tänzers hat, mit Sicherheit weiß er seinen Körper einzusetzen und hat gewiss akrobatisches Können, aber ich vermisse etwas die Körperspannung, die Ausstrahlung und die Grazie. Ich weiß wir sind hier nicht beim klassischen Ballett, aber dennoch etwas Wichtiges fehlt, es wäre dennoch zu viel von einem Schauspieler verlangt ein Tänzer zu sein, wenn er es augenscheinlich nicht ist. Es geht ja in erster Hinsicht darum ihn zu verkörpern und ich kann damit leben. Nur die Kamera und der Schnitt sind im Vergleich dazu mit den Aufnahmen der Tanztruppe keine wirkliche Hilfe, da kommt der Tanz von Kamenashi Kazuya etwas hölzern rüber.

Immerhin hat er mit seinen 28 Jahren noch sehr viel jugendlichen Charme zu bieten, der auch dringend in dieser Geschichte gebraucht wird, traut er sich doch eine 35-jährige Gymnasiallehrerin einer Mädchenschule zu verführen. Das hört sich jetzt nach unlauteren Absichten von Taira Kei an, so heißt er in der Serie, dem ist aber nicht so. Er hängt nur gerade engagementmäßig etwas in der Luft, er jobbt im Hafen, und weiß nicht wie er es zurück auf die Bühne schaffen kann. Mehrere Bewerbungen laufen noch, aber nach und nach kommen die Absagen.

Die Lehrerin, Nishihara Yui, wohnt mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus. (Ich verwende absichtlich nicht das Wort „lebt“, denn das wäre die Übertreibung des Jahrhunderts.) Wenn sie nicht in der Schule arbeitet bereitet sie sich Zuhause auf den Unterricht vor. Ab und zu trifft sie sich mit einem älteren Arbeitskollegen, leider nicht nur zum Quatschen, sie hat tatsächlich ein Verhältnis mit ihm, jedoch ohne jegliche Besitzansprüche an ihn, ich glaube so etwas kennt sie gar nicht. Der Typ ist 12 Jahre älter als sie, und wird ihr später, als sie sich von ihm trennt vorhalten, dass ein so großer Altersunterschied mit dem jungen Kerl nicht zu überwinden ist. (Ganz klar alte Böcke dürfen junge Gämsen, aber bei umgekehrten Verhältnissen, würde die Welt ins Wanken geraten. Seine vielleicht.)

Ihre Mutter ist eine ganz besondere Marke, erst dachte ich sie sei nur hysterisch, aber die Frau wäre wohl besser in einem Raum untergebracht, wo die Türklinke außen angebracht ist und medizinisches Personal sich ihrer annimmt. Mag sein, dass Yuis Vater, die Mutter betrogen, vielleicht sogar die Familie für die andere Frau verlassen hat, die genauen Umstände sind nicht klar. Aber, wenn die Frau schon immer so cholerisch war, kann ich es ihm nicht verdenken. Früher hat der Vater die Brötchen nach Hause gebracht und jetzt macht das Yui. Ihre Mutter führt den Haushalt und würde wohl am Liebsten auch den kompletten Tagesablauf ihrer Tochter bestimmen.

Und Yui ist eine ziemlich einsame Figur, das ist wie sie Kei zum ersten Mal auffällt bei Sonnenuntergang, als sie auf der Verbindungsbrücke der Schulgebäude steht und sich streckt. Er war seelisch und moralisch gerade ganz unten und ihr Anblick berührt ihn. Amors Pfeil hat ihn getroffen und als er sich ihr auf dem Schulgelände nähert, denken die Lehrer er wäre hier um ihre Schülerinnen zu belästigen. Weit gefehlt! Er steckt Yui heimlich, aber vor aller Augen seine Telefonnummer zu.

Und sie ruft ihn später an, als er gerade auf einer Brücke steht und man schon beinahe glaubt, er würde springen.

Rette mich!

Das ist was er sich von Yui wünscht. Yui wünscht sich vielleicht auch gerettet zu werden, jedenfalls haben die zwei gebeutelten Seelen einen Hang zur Melancholie. Sie fühlen sich zueinander hingezogen und früh lässt Kei durchblicken, dass er nicht nur an ihr, sondern auch an ihrem Körper interessiert ist. Die beiden verbringen eine erste leidenschaftliche Nacht miteinander, eine zweite und eine dritte …

Man kann sagen, es ist wie bei den Dominosteinen, wenn einer umfällt fallen sie alle. Und die Dominosteine sind in diesem Fall die Menschen in ihrem Umfeld. In dem der Wahnsinn weit verbreitet scheint. Keis Ex-Freundin hat mit Verlaub einen an der Klatsche, sie glaubt wohl immer noch irgendwelche Besitzansprüche gegenüber Kei zu haben. Und Yui mit ihrem Beruf, der mehr Verlegenheitsjob, als Berufung ist, ihre Schülerinnen, die echt hardcore sind. Ihr Verhältnis, schon bald Ex-Verhältnis, der in Zukunft nichts mehr außer seiner Frau zum Vögeln hat, der Ärmste. Schließlich noch Yuis Mutter und wenn das meine Mutter wäre hätte ich mir wahrscheinlich schon die Kugel gegeben. Immerhin gibt Yui gegenüber ihrem Verhältnis zu, wenn es ihn nicht gegeben hätte, wäre sie heute vielleicht gar nicht mehr da.

Jetzt hat sie vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben die Chance auf echte Liebe und die will sie wahrnehmen. Nach wenigen Tagen schon packt sie ihre Koffer und zieht bei Kei ein, schließlich hat er sie darum gebeten. Alle anderen Dinge in ihrem Leben sind so passiert, haben sich so ergeben, seine Familie kann man sich auch nicht aussuchen.

Aber er ist der erste, der fragt, was sie will …

Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf:

Mama will ihre Tochter zurück.

Keis alter Kompanie-Chef aus Deutschland bietet ihm einen Job in Japan an, jedoch nicht als Tänzer sondern als Übersetzter.

Yui könnte ihre Arbeit verlieren, denn ihre offensichtlich nicht ausgelasteten Schülerinnen konfrontieren sie mit ihrer Affäre, als diese gerade zu Ende ist. (Der Flurfunk war auch schon mal schneller.)

Im Moment ist vom Happy End bis zur absoluten Tragödie noch alles drin, ich weiß noch nicht, ob ich durchhalte. Zwei solch unglücklichen Seelen wünscht man wirklich das Beste. Jetzt, da sie scheinbar den Menschen in ihrem Leben getroffen haben, der für sie bestimmt ist.

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