drama plus minus eyecandy

Nicht anschauen.

Nicht anschauen!

Nie nicht anschauen!!!!!!!!

Hatte ich wirklich vor, das Nichtschauen, aber dann hat ein ums andere Drama geendet beziehungsweise hat seine Anziehungskraft auf mich eingebüßt und ich war verloren. Verloren in dem Frühling, der ein Herbst war.

Für eine Nacht voller Seeligkeit, da geb ich alles hin …

Okay, alles wäre jetzt übertrieben und dennoch manchmal wünschte ich mir bei all den kleinen Feuerwerken wären ein paar Knaller mehr drin gewesen, zumindest was die Kussfront angeht.

Immer schön züchtig und brav war bei mir der einzige Minuspunkt den Bom Yi vorzuweisen hat, denn wenn man so vollmundig das Leben auskosten will, ist es dann mit Händchenhalten und ein bisschen Kuscheln getan? Aber lassen wir das Grübeln und ignorieren wir diesen Punkt wie die meisten Dramaproduktionen.

Ansonsten war ich überrascht von dem Drama, denn entgegen meinen Befürchtungen hat SPRING DAY OF MY LIFE kein emotionales Schleudertrauma bei mir ausgelöst. Grund dafür ist die gute Balance der Geschichte, die sich nicht allein auf die Frage, „Warum ich?“ konzentriert, sondern viel tiefer in die Thematik geht, wie die Betroffenen und ihre Angehörigen damit umgehen.

Das Drama hat darüber hinaus noch einen weiteren Anspruch nämlich die Menschen darauf aufmerksam zu machen sich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen. In Südkorea sind gemessen an anderen Staaten die Zahl der Organspender ziemlich niedrig, es ist eine freiwillige Entscheidung. Ähnlich wie in Deutschland, wenn auch bei uns die Zahlen wegen eines Organspendenskandals zurück gegangen sind. Was für mich nur bedingt nachvollziehbar ist, denn damit nicht zu spenden ist gar niemand geholfen. In manchen Ländern gilt man sogar als Organspender, ohne das aktive Einverständnis des Verstorbenen, wenn kein ausdrücklicher Widerspruch vorliegt. Wenn man prinzipiell kein Organspender werden will, sollte man vielleicht vor Antritt des nächsten Urlaubs mal nachschauen, wie es in dem betroffenen Reiseland gehandhabt wird. auch wenn es die schönsten Wochen des Jahres werden sollen, man weiß nie und Angehörige haben in diesen Fällen oft nur ein begrenztes Veto-Recht. Vielleicht auch mal ein Thema, das man als junger Mensch durchaus mit seinen Eltern oder Freunden aufgreifen kann, ich selbst habe schon meinen zweiten Ausweis, weil mein ersten den ich mit 17 gemacht habe schon etwas abgewetzt war.

So, aber genug damit welchen Einfluss dieses Drama vielleicht auf jemanden nimmt. Es ist und bleibt eine ergreifende Geschichte und bis zur vorletzten Folge, war ich fast noch geneigt zu sagen, sie packt das, aber dann wäre es ja eine einfache Liebesgeschichte noch dazu eine die einen Sommer hätte und es war doch nur ein kurzer Frühling im Herbst.

Bom Yi mag einem zu Anfang fast ein bisschen auf die Nerven gehen mit ihrer zur Schau getragenen guten Laune, aber wenn sie nicht aufrichtig wäre, dann käme sie nicht von Herzen. Und wenn Bom Yi eins hat dann Herz, das zweite und deshalb lebt sie auch aktiv durch den Tag und hört genau zu wie es den Menschen um sie herum geht. Ein Zug den sie sich wahrscheinlich in der Zeit ihrer eigenen Krankenhausaufenthalte angeeignet hat. Denn sie kann gut zuhören, schweigen und manchmal auch widersprechen, wenn es sein muss.

Bom Yi hat Eltern auf die sie sich immer Verlassen kann, die nicht immer bequem sind, aber jeder der Familie steht zu seinen Entscheidungen und den damit verbundenen Konsequenzen. Das ist echt mal eine Abwechslung, wenn sich nicht wegen jeder Nichtigkeit in den Haaren gelegen wird. Auf den ersten Blick scheint alles perfekt, Bom Yi gesund, die Eltern glücklich und sorgenfrei, arbeiten im eigenen Krankenhaus, sie ist verlobt mit dem vielversprechenden Chirurgen Kang Dong Wook und würde ihn wohl auch heiraten, wenn …

Wenn das Wörtchen, wenn nicht wäre …

Das Krankenhaus steht bei weitem nicht so gut da, weil ihr Vater damals ihren Gesundheitsbericht „manipuliert“ hat um ein Spenderherz für sie zu bekommen. Und Bom Yi und Dong Wook sind sich zwar sympathisch, Liebe ist es aber nicht. Aber Bom Yi ist durchaus in der Lage sich zu verlieben und das passiert, als bereits die Planung ihrer Hochzeit ansteht. Für die, die Mutter von  Dong Wook ihre Zustimmung verweigert, weil sie von ihrer Krankengeschichte hört. Es ist nicht wegen Bom Yis Person, es ist weil ihre Familie schon einmal einen großen Verlust hatte und auch, wenn man seine Lebenszeit nicht kennt, so ist Gesundheit zumindest ein Faktor ein längeres Leben zu haben. Dong Wooks Mutter hat sich aus dem Leben ihrer Kinder und Enkel zurück gezogen, seit ihre Schwiegertochter nach einem Tauchunfall ums Leben kam. Und ein Dankeschön an das Drama, das zwar auf das Thema eingeht, wonach Gefühle des Organspenders mit transplantiert werden, aber es mehr oder weniger als Unfug abtut.

Denn niemand geringerer als die Schwägerin von Dong Wook war die Spenderin von Bom Yis Herz. Und wie es so geht ist der erste Eindruck nicht der beste, aber auf den zweiten, dritten verliebt sich Bom Yi und wahrscheinlich wäre es sogar zur Ehe mit Dong Wook gekommen, hätte sein älterer Bruder Dong Ah nicht zugeben, dass sie ihm mehr oder weniger Herzflattern bereitet und er deshalb etwas Abstand zur Braut seines Bruders will. Aber Bom Yi sucht seine Nähe immer wieder und auch die zu seinen Kindern und sie wirken einfach wie der Topf mit dem passenden Deckelchen. Da ist es natürlich um so schmerzlicher, wenn Bom Yi einen gesundheitlichen Rückschlag erleidet.

Gut für die Stimmung des Dramas, die Familienangehörigen sind aufmerksam genug um keine Spielchen und Intrigen zu spinnen und sie stecken zurück um Bom Yi in Frieden ihre Entscheidungen treffen zu lassen. Und sie entscheidet sich für eine Hochzeit unter vier Augen, einen anderthalb Flittertag auf Udo. Und die schönen Momente als Erinnerung in neuen Kapseln festzuhalten, soviel Zeit wie möglich mit ihren Lieben zu verbringen. Das alles ist sehr emotional und sehr berührend, wenn ihr Vater und Dong Wook versuchen ihr Leben mit allen zur Verfügung stehenden Mittel zu retten und Bom Yi für sich erkennt, dass sie ihr Leben ausgereizt hat und alles was sie wollte getan hat.

Der Abschied wird schwer, auch wenn sich Bom Yi und Dong Ah bereits in ihren Flitterwochen Lebwohl gesagt haben, falls sie aus irgendeinem Grund später nicht dazu in der Lage sein sollten. Mit einem schönen Bezug zur Geschichte des jungen Schäfers und Stephanette (Original Alphonse Daudet – Die Sterne aus Briefe aus meine Mühle im Internet zu finden). Ich will gar nicht ins Detail gehen, denn diese Geschichte spielt eine große Rolle in ihrer eigenen. Als Bom Yi immer schwächer wird und schließlich stirbt hat sie dennoch eines geschafft sie lässt ihre Liebsten nicht alleine zurück, denn sie hat ihnen eine neue Familie hinterlassen, die füreinander da ist und sich Trost spenden kann. Ein versöhnlich stimmendes Ende, wenn auch kein Happy End für Romantiker. Und sie gibt weiter, was sie selbst erfahren durfte, sie spendet einem anderen Menschen ein „Frühlingserwachen“.

Sehr gelungene Umsetzung eines nicht ganz einfachen Themas mit einem wundervoll agierenden Schauspieler-Ensemble.

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