drama plus minus eyecandy

MAMA ist gemessen nach koreanischem Standard ein mutiges Drama, denn normalerweise gilt der Grundsatz Blut ist dicker als Wasser und das sehr oft bis zu einem Grad der Frustration, der mich manches Drama abbrechen ließ. Hier wurde zum ersten Mal einen Schritt weiter gegangen, ich hatte es zu Beginn des Dramas gehofft, aber oft genug wird diese Hoffnung wieder zerstört, hier nicht.

Was nicht heißt, dass hier nicht reichlich Bedarf an Taschentüchern besteht.

Die Figuren in diesem Drama sind sehr schön angelegt und damit meine ich jetzt nicht, dass man sich in jeden einzelnen verlieben könnte, weil es allesamt so schöne Menschen sind. Weit gefehlt, was ich meine ist, sie sind menschlich, machen Fehler, sie sind bockig, penetrant, verletzlich, fehlbar, dass man manchmal ins Geschehen eingreifen und sie ordentlich durchschütteln möchte, aber dafür haben wir die Geschichte. Und eine traurige, aber herzerwärmende dazu.

Nein, um es vorwegzunehmen die Ankündigung des Dramas lügt nicht, es geht um eine Frau, Mutter, Künstlerin, die den verbleibenden Rest ihres Lebens damit zubringt ihrem Sohn ein gutes Fundament für sein Leben zu „bauen“. Sie selbst ist eine Waise, sie hat keinerlei Angehörige und verlässt ihre Wahlheimat Kanada um ihren Sohn seiner Familie näher zu bringen. Einer Familie, die …

Ja, wie beschreibe ich sie? In erster Linie egoistisch, wobei es hier dargestellt wird, als gehöre es zum guten Ton Erfolg zu haben, und wenn man genauer darüber nachdenkt ist ziemlich nah an der Realität. In Südkorea ist Erfolg alles, überspitzt formuliert und einen Weg dies zu erreichen ist die Familie, nach Möglichkeit wird immer nach „oben“ geheiratet. Und wer dies tut, scheint sein Leben lang gegen einen Komplex zu arbeiten, und nach Erfolg zu streben, um zu beweisen, er/sie war die richtige Wahl und ihre Kinder sollen es einmal noch besser haben. Kommen wir zurück zum Drama, denn hier ist es die beinahe Schwiegermutter der Hauptfigur Han Seung Hee, die einzige, die von Seung Hees Schwangerschaft wusste und sie praktisch aus dem Leben ihres Sohnes Moon Tae Joo getrieben hat. Sie hat sie auch zu einer Abtreibung genötigt. Aber Seung Hee, die ihrer Lebtag keinen Verwandten hatte konnte es nicht über sich bringen. Sie bekam ihr Kind, Han Geu Roo einen Sohn und lebte mit ihm in Kanada und ließ Korea mit all seinen Vorurteilen und sozialen Regeln hinter sich. Es war hart für Geu Roo und sie durchs Leben zu kommen, aber sie brauchten nicht wirklich viel um glücklich zu sein, nur sie beide. Han Seung Hee schafft es außerdem als Künstlerin internationales Ansehen zu erreichen. Was jedoch zur Folge hat, dass ihr Sohn und sie sich entfremden. Bald wird sie mit einer Krebsdiagnose konfrontiert und als alle Therapien fehlschlagen kehrt sie in ihr „gehasstes“, weil „enges“ Korea zurück, nur um zu verhindern, dass ihrem Sohn eine ähnliche Kindheit in einem Heim, unter Fremden Menschen, droht.

Ihr erster Eindruck von Moon Tae Joos Familie ist mehr als gut, alles scheint perfekt. Und doch bricht die Fassade ein, als Tae Joon dem Erfolgsdruck nachgibt und eine scheinbar profitable Affäre mit einer Vorgesetzten eingeht. Moon Tae Joos Mutter setzt seine Frau währenddessen immer wieder unter Druck einen Erben zu gebären, haben die beiden doch nur eine reizende Tochter zustande gebracht. Ihr zweiter Sohn hat sich ihrem Erfolgsdruck total versagt und lebt einfach so in den Tag hinein.

Seung Hee agiert zuerst geprägt von ihrem Hintergrund in der Fremde gewesen zu sein, und ihre westlichen Ansichten scheinen sie stark und unabhängig gemacht zu haben, aber unter der fortschreitenden Krankheit und dem Anspruch der in Korea herrscht, knickt auch sie ein, wenn auch nur kurz. Aber sie erkennt für sich, dass sie sich lösen muss von den Vorstellungen, die andere an das Leben haben. Denn für sie ist es wichtig, dass ihr Sohn ein glückliches Leben hat. Auf ihrem Weg wird sie begleitet von Koo Ji Sub einem reichen Erben, der wiederum mit seinem Vater gebrochen hat, weil der seine Firma über seine Ehe gestellt hatte und Ji Subs Mutter starb, ohne dass sein Vater in ihren letzten Stunden bei ihr war. Es liegen sehr viele unaufgearbeitete Gefühle zwischen den Beiden. Und auch, wenn er Seung Hee zu beginn vielleicht nur bewundert, verliebt er sich in sie, trotz ihres Altersunterschieds haben beide ein gemeinsames Ziel eine glückliche Zeit miteinander zu verbringen und Geu Roo.

Abschließend bleibt zu sagen, die 24 Folgen tun dem Drama richtig gut, außer den Ausrastern von Seo Ji Eun, der Ehefrau von Tae Joon, sind alle Taten der Figuren mehr oder minder nachvollziehbar, dass Ji Eun sich „betrogen“ fühlt gut und schön, aber gut geben wir ihr eben Zeit und sind etwas nachsichtig bis sie erkennt, dass sie nicht unwesentlich ihren Teil dazu beigetragen hat, dass ihr Leben ist, wie es ist.

Es gibt auch kein Ende an dem sich alle lieb habe, was zur Abwechslung mal ganz gut tut, auch wenn der ein oder andere um des lieben Friedens willen zurück steckt.

Einer meiner Lieblinge für das Jahr 2014, auch oder vor allem, weil es kein ganz einfaches Thema ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: