drama plus minus eyecandy

Vielleicht hilft es, wenn man Fan von Jung Yong Hwa ist, denn immerhin bestreitet er das erste Drittel der ersten Folge fast alleine. Das war, was ich dachte, bis mir auffiel es sind 90er Folgen, also fast Spielfilm-, Fußballspiel-, oder Lakornfolgenlänge.

Ich hatte mich schon gewundert, warum mein Sitzfleisch mich so langsam im Stich ließ. Zwölf Folgen à 90 Min macht ca. dieselbe Spiellänge eines 18-teiligen Dramas, also erzählerisch keine Abstriche, aber ich bin das Format für Korea nicht wirklich gewohnt und ich habe auch bei manchem Lakorn schon gelitten wegen der Länge der Folgen, dort sind es aber auch noch 2-3 Folgen pro Woche, die würde ich hier nicht überleben, einmal pro Woche ist da ausreichend.

Die ersten zwanzig Minuten musste ich mich zwingen nicht aufzugeben und ich kann mich auch nach 2 gesehenen  Folgen nicht vollends begeistern. Als Kind habe ich leidenschaftlich gerne Piraten-, Robin-Hood- und andere Kostüm-Filme gesehen, davon scheint nicht so viel übrig geblieben zu sein.

Yong Hwa spielt Park Dal Hyang, vielleicht ein wenig treu-doof, einfältig würde mancher sagen und es gibt mit Sicherheit klügere als ihn, ich rede vom Charakter nicht dem Schauspieler. Seine Mutter ist definitiv das Hirn der Familie, sein Vater, seid froh, falls ihr was besseres erwischt habt. Er würde seinen Filius nur mit einem Brief an die entfernte Verwandtschaft los schicken, in dem Glaube er würde dort mit einer Unterkunft und auch mit allem anderen, das man so zum Leben braucht versorgt. Seine Mutter zweifelt, dass ihr altes, klappriges Pferd, 22 Jahre und damit so alt wie sein Reiter es überhaupt bis in die Hauptstadt schafft. Ihre Zweifel sind ziemlich berechtigt und das Geld, das sie ihm zusteckt wird er noch brauchen. Auch, wenn er ein ziemlicher Tollpatsch ist und ein wahrer Träumer. Denn er möchte ein Staatsdiener werden, so was wie die höhere Laufbahn einschlagen und dazu gilt es eine Prüfung abzulegen, zu der er es gerade noch so pünktlich schafft. Bei der Suche nach einem Quartier ist er weniger glücklich, sein letztes Geld geht drauf für ein Dach über dem Kopf und eine Schüssel Reis. Außerdem wird seine Nachtruhe gestört, als ein Mob einen seiner Zimmerkameraden krankenhausreif schlägt. Dal Hyang kann Ungerechtigkeit nicht ausstehen, als er hört, dass dieser Mob gegen Bezahlung Talente aus dem Weg räumt, die aus niedrigeren Schichten stammen um für andere die Chancen wieder zu erhöhen, nimmt er die Verfolgung auf. Unterwegs begegnet er drei Männern zu Pferd und versucht sie zu überreden ihm ein Pferd zu leihen. Irgendwie endet es damit, dass er mit den Dreien zusammen hinter dem Mob herjagt, nachdem er ihnen die Situation geschildert hat.

Nachdem sie die Meute zur Strecke gebracht haben trennen sich ihre Wege, auf die Frage, wer sie sind, bekommt er als Antwort: Die drei Musketiere!

Dal Hyang kommt zurück zu seiner Unterkunft und wird nervös, als er einen Brief nicht findet. Besagter Brief ist in den Händen eines der Musketiere gelangt, er hat ihn auch gelesen und gibt ihn weiter, bis er schließlich beim obersten Musketier angelangt, dem Kronprinzen.

Der hält den Inhalt des Briefes, der von einer jungen Frau stammt, für die Grundlage eines möglichen Hochverrats. Und so wird Dal Hyang wieder zurück beordert. Bei der anschließenden Befragung, beschwört er immer wieder wegen der bevorstehenden Prüfung gekommen zu sein, dafür hat er fünf Jahre trainiert und ebenso alt ist der Brief. Der Kronprinz gibt seine Identität nicht Preis, denn eigentlich dürfte er den Palast gar nicht verlassen. Er stellt Dal Hyang noch mehr Fragen.

Ob er denn wüsste, dass die Briefeschreiberin die Tochter eines Ministers sei?

Ob er denn wüsste, dass sie bereits verheiratet ist?

Ob er denn nicht wüsste, dass sie die Frau des Kronprinzen sei?

Ob er nicht wisse, dass er im Verdacht stehe Hochverrat begangen zu haben, oder im Begriff ist es zu tun?

Dal Hyang verneint alle Fragen, Tränen laufen über sein Gesicht. Er wollte das Mädchen heiraten, wenn er die Prüfung bestanden hätte. Jetzt hat es keinen Sinn mehr überhaupt daran teil zu nehmen. Sein Gegenüber widerspricht, nur wenn er die Prüfungen gewinnt kann er beweisen, dass die Anschuldigungen ihm gegenüber nichtig sind. Dal Hyang überlegt die ganze Nacht und beschließt zur Prüfung zu gehen und seine und die Ehre des Mädchens zu verteidigen.

Er gewinnt auch jeden Wettbewerb, bis zum letzten, bei dem der König zugegen ist, als der Kronprinz auftaucht und Dal Hyang erkennt mit wem er die Nacht verbracht hat, bringt ihn das so aus der Fassung, dass er nicht das eigentliche Ziel sondern ein Pferd trifft. Im Nu herrscht Chaos und der Prinz erkennt, dass es seine Schuld ist und überredet den Prüfungsausschuss Dal Hyang trotz seines Fehlers auszuwählen.

Nachts erhält Dal Hyang unerwarteten Besuch von seiner Jugendliebe, die den Liebesbrief von ihrem Gatten erhielt. Sie sagt Dal Hyang Lebewohl und das sie das Versprechen nicht brechen wollte, aber keine Wahl gehabt habe.

Keine Wahl was seine Braut anging hatte auch ihr Gatte, seine eigentliche Braut war gestorben und so kam es zu seiner jetzigen Eheschließung, aber beiden sind nicht glücklich. Sie hält ihn für kalt, und er glaubt sie hätte Angst vor ihm. Was immer es ist, er meidet ihre Gegenwart, vielleicht trauert er noch immer? Und nachts schleicht er sich mit Vorliebe aus dem Palast, denn die Regentschaft seines Vaters ist gefährdet, er ist ein labiler Herrscher, der mehr Wert auf seinen persönlichen Schutz, als auf den Schutz seines Landes legt.

Dal Hyang trifft sich mit den beiden Musketieren, die als Leibgarde des Prinzen arbeiten. Dabei werden sie zufällig Zeugen eines anderen Treffens und vermuten eine Verschwörung. Als die Geheimbündler sich davon machen wollen, versuchen Dal Hyang und seine Gefährten sie aufzuhalten, der Kronprinz stößt dazu und wird verwundet. Dal Hyang folgt dem Attentäter, der versucht zusammen mit einer Frau zu flüchten und diese Frau ist niemand anderer, als Mi Ryung die erste Braut des Prinzen.

Am Ende sieht sich Dal Hyang einer kleinen Armee bewaffneter Männer gegenüber, wieder einmal war seine Herz schneller als sein Verstand. Wird er diese Situation meistern?

Während der Prinz sich fragt, wie Mi Ryung am Leben sein kann?

Fazit, die Geschichte startet sehr, sehr langsam an und auch, wenn elektrische Gitarren mich verzücken können, und um mich zu wiederholen, auch wenn Yong Hwa ein Rocker ist, hier hat die Musik nicht geholfen. Nun gut um Musik zu hören schaut man eigentlich nicht wirklich Dramen. Ich wollte es nur erwähnen, später wirkt die Musik durchaus homogener.

Yong Hwa man möge mir Verzeihen, ist für mich eine Art Peter Alexander Phänomen, ähnlich wie in Korea heute, wurden in den 1950ern und Folgejahr(zehnt)en in Deutschland Sänger als Schauspieler benutzt, vielleicht kennt man/ihr einige Freddy Quinn, Roy Black, Peter Kraus … Niemand wird sie als Top-Schauspieler in Erinnerung haben, aber so sind/waren die Zeiten. Und so geht es mir mit Yong Hwa, als Musiker kann ich ihn sehen, als Schauspieler ist er mir noch immer etwas zu wenig präsent. Er hat einen wahnsinnige Bühnenpräsenz, wenn er die Gitarre umgeschnallt und das Mikro vor sich hat, das lässt sich aber nicht so einfach ins Schauspielfach übernehmen, leider. Man sieht er arbeitet an sich, aber wie bei allem im Leben, man kann nicht alles mögen.

Es gibt einen schwachen König, dafür einen umso draufgängerischeren Prinzen. Eine totgeglaubte Liebe, einen Herz über Kopf Typen, zwei Leibgarden, die für ihren Herrn durchs Feuer gehen und eine unglückliche Kronprinzessin, die versucht ihrer Rolle gerecht zu werden. Wer diese Komponenten mag, sollte sich vorm Anschauen, den bequemsten Platz im Zimmer aussuchen und sich gut mit Knabbereien und Getränken eindecken, oder wem nichts heilig ist die ff-Taste strapazieren.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: